Kultur auf Taurus - Antalya Destination
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Kultur auf Taurus

Der Begriff Kultur kann auf mehrere Arten definiert werden. Wenn Sie nun fragen, was denn die einfachste dieser Definitionen ist, so wäre es sicher nicht falsch zu sagen: „Kultur ist all das, was nicht von der Natur stammt, sondern vom Menschen geschaffen wurde.“ Eine andere interessante Definition aber lautet: „Kultur ist für den Menschen das, was das Wasser für den Fisch ist.“ In diesem Sinne ist Kultur gleichbedeutend mit Leben. Das Leben des Menschen wird unter anderem davon bestimmt, was er hervorbringt. Seine Arbeit, das, was er schafft, herstellt, wirkt auf sein Leben ein. Da in Stadt und Land unterschiedliche Produktionsbedingungen herrschen, unterscheiden sich hier auch jeweils die Lebensstile. Zu Anfang stand jede Form von Arbeit im direkten Zusammenhang mit der Natur, erst mit der allmählichen Weiterentwicklung technischer Erkenntnisse und Arbeitsabläufe verlor der Faktor Natur an Bedeutung.

Die Geschichte und die Sozialwissenschaften lehren uns, dass sich jeder Fortschritt bei der Technologie in den Produktionsweisen niederschlägt, gleichzeitig aber auch in der Kultur, also im Lebensstil. Antalyas Geographie wird bestimmt durch das Meer im Süden und die Berge im Norden. Diese beiden Sphären liegen unmittelbar nebeneinander, besitzen jedoch vollkommen unterschiedliche Grundlagen, Arbeit und Produktion betreffend. In dieser Landschaft, der Stadt und Provinz Antalya, entwickelten sich von frühesten Zeiten an bis in die jüngste Vergangenheit zwei unterschiedliche Kulturen in den beiden Lebensbereichen Meer und Berg. Dementsprechend unterscheiden sich die Lebensstile und die Kultur zwischen der Berg- und der Küstenregion.

Der kulturelle Reichtum Antalyas und seines Umlands entwickelte sich im Einklang mit den Werten, die in tausenden Jahren geschaffen wurden, und zwar zum einen von jenen Menschen, die in der Region ansässig waren, und zum anderen von den Völkern, welche Waren aus nah und fern in die Häfen brachten. Jener kulturelle Reichtum, der in dieser Landschaft entstand, und den die ganze Welt durch den Tourismus kennengelernt hat, wurde von den Höhlenmenschen in der Karain-Höhle und sämtlichen Völkern, die hier je heimisch waren von Zeitalter zu Zeitalter weitergereicht und vermehrt und so über Hunderttausende von Jahren bis in unsere heutige Zeit tradiert. Das Taurusgebirge, welches das Land um die Bucht von Antalya einkesselt, ist für die Nomaden, die ihren Lebensunterhalt über die Tierzucht sichern, von unvergleichlichem Wert. Diese stellenweise über 3000 Meter hohe Gebirgskette des West-Taurus, die von der Küstenzone aus jäh aufragt und mal parallel, mal im rechten Winkel zum Meer verläuft, ermöglicht eine Unterteilung des Jahres in drei Phasen, auf die die Wanderhirten hier angewiesen sind: das Winterquartier in Küstennähe, die Sommerweide in den höheren Lagen und die Herbstweide am Fuß des Gebirges.

Für diese dreiphasige, als Transhumanz bezeichnete Form der Fernweidewirtschaft, sind, wie beschrieben, unterschiedliche Höhen und unterschiedliche Naturräume nötig. Der Taurus bietet die idealen Voraussetzungen für diese Yörüklük/Yaylacılık genannte Weidewirtschaft. Damit gehört dieses, das nomadische Leben prägende Gebirge zu den wenigen Plätzen auf der Welt, an denen man diese ländliche Produktions- und Lebensweise - also Kultur - noch bestens beobachten kann. Im Taurus bei Antalya wird an dieser Lebensform noch immer festgehalten, wenn auch nicht mehr in gleichem Maße wie früher. Denn die Bewohner der Küstenorte nahe den Luxushotels haben sich allmählich von der Weidehaltung und Viehzucht abgekehrt und sind seit etwa einem halben Jahrhundert zu einer sesshaften Lebensweise übergegangen. So haben sich die Sommerweiden, die über die Jahrtausende hinweg einer bestimmten Form des Broterwerbs und einem Lebensstil als Grundlage dienten, von hochgelegenen wirtschaftlich genutzten Flächen zu Erholungsorten für die Küstenbewohner entwickelt, die der Hitze entfliehen und sich erfrischen wollen. Doch die Hirten von früher, beziehungsweise die Dorfbewohner von heute, geben ihre Tradition, auf die Hochweiden zu ziehen nicht einfach so auf. In den Sommermonaten wandern sie immer noch wie ihre Vorväter mit ihren, allerdings immer kleiner werdenden, Schaf- und Ziegenherden auf die hochgelegenen Weiden.

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