Das Leben in den Bergen - Antalya Destination
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Das Leben in den Bergen und in der Wildnis

Die ganze Geschichte hindurch war die Jagdkultur eine wichtige Besonderheit der Region. Seit der Gesellschaft der Jäger und Sammler, die in Höhlen wie der Karain-Höhle oder der Öküzin-Höhle lebten, setzte sich das Jagen ohne Unterbrechung hunderttausende Jahre fort. Antalya und Umgebung machen auch im Bereich des Jagdtourismus von sich reden. Viele Tiere, von Hasen bis Hirschen, werden hier gejagt und das Federwild wird bei Tisch zum ganzen Stolz des Jägers. Zum Federwild gehören vor allem die Waldschnepfe (auf Türkisch auch Blindes Huhn,körtavuk, genannt), die Amsel, die Grasmücke, die Wasseramsel, der Wiesenpieper, derYemişkuşu, der Daankıran, die Turteltaube, das Rebhuhn, der Star und der Wiedehopf. Im Winter wenn es kälter wird, kommen die Enten in die Niederungen hinunter, sie gehören zu dem meist gejagten Federwild. Auch die in Alanya „Hirsch“ genannte Wildziege zählt zum Wild.

Pilze

Das Taurusgebirge ist nicht nur ein Paradies für Jäger, sondern bietet darüber hinaus viele wild wachsende Köstlichkeiten. Die Region ist vor allem reich an Pilzen. Einige seltene Pilzsorten, die weltweit einen hohen Marktpreis haben, gibt es im Taurusgebirge in großen Mengen, von hier aus werden sie in die ganze Welt exportiert. Die „Krokodilritterlinge“ und die „Rundmorchel“zählen zu den wertvollsten Pilzsorten der Region. Der Krokodilritterling ist eine Sorte, die nur unter Zedern gedeiht. Den besonders in Japan sehr beliebten Pilz kennt man weltweit unter dem Namen „Matsutake“. Da der Zedernbaum für die Herstellung des Teers verwendet wurde, der in der Vergangenheit beim Teeren von Schiffen zum Einsatz kam, wird er in der Türkei auch Teer-Baum (katran ağaçı) genannt. Die Krokodilritterlinge kommen nach den Herbstregen zum Vorschein. Ebenfalls im Herbst wachsen Täublingsverwandte, allen voran der beliebteste Lachs-Reizker-Pilz, Wüstentrüffel und Stinkmorcheln. Und der unverzichtbare Pilz des Frühlings ist dieSpeise-Morchel. Der weltweit unter dem Namen „Morchella“ bekannte Pilz kann, wie es in der Region üblich ist, sowohl frisch zur Jahreszeit gegessen, als auch getrocknet aufbewahrt werden. Besonders als in Olivenöl gegarte gefüllte Pilze (Zeytinyağlı Dolması) schmecken sie hervorragend.

Wildpflanzen

Die Köstlichkeiten des Taurusgebirges beschränken sich aber nicht nur auf Wild und Pilze. Es gibt viele Pflanzen aus denen Tee zubereitet werden kann, wie Thymian, wilder Salbei und Şalba (eine weitere Salbeiart). Im Taurusgebirge finden sich vor allem viele verschiedene Thymiansorten.

Der Geschmack der Wildblumen und Gräser überträgt sich auf den Honig des Taurus. Auf den hohen Berggipfeln befinden sich hölzerne Bienenstockhäuser, deren Architektur an die derLykischen Gräber erinnert. Diese Honigspeicher, die zum Schutz vor Bären in Bienenstöcken in großer Höhe angebracht sind, werden zu Stationen auf Trekkingstrecken, die es sich lohnt zu entdecken.

Traditionelle Bienenstöcke

Ein weiterer Entdeckungsbereich sind die in den Bergen wachsenden Sorten wilder Früchte. Für den köstlichen Geschmack von Brombeeren, wilden Kornelkirschen und Hagebutten nimmt der Liebhaber beim Pflücken der Beeren die Stacheln in Kauf. Auch die auf Türkisch auch „Bergerdbeeren“ (Dağ Çileği) genannten, wie Pompons aussehenden Baumerdbeeren kann man hier im Herbst, wenn auch nur für kurze Zeit, finden.

Die heimliche, schützenswerte Delikatesse des Taurus ist der Salep, das Knabenkraut. Die Salepwurzel, die Knolle einer violetten Orchidee, wird gekocht, getrocknet und fein gemahlen zu Salep-Pulver verarbeitet.

Johannisbrotbäume

Johannisbrotbäume gehören zu den wichtigsten Schätzen des Taurus. Angeblich ist das Johannisbrot die Wunderfrucht, die Johannes den Täufer vor dem Hunger bewahrte, als er sich im Taurus versteckt hielt. Laut dem oben erwähnten Ereignis aus der Bibel hat sich Johannes der Täufer, der Jesus getauft hat, nur von Johannisbrot und Honig ernährt. Deshalb wird das Johannisbrot (auf Türkisch keçiboynuzu oder harnup) in vielen europäischen Sprachen als das „Brot des Johannes des Täufers“ bezeichnet. Aus dem Johannisbrot wird in der Türkei Sirup hergestellt. Der in der Region als Johannisbrotsirup (Boynuz Pekmezi) bekannte Sirup hat eine heilende Wirkung. Auch industriell gesehen ist die Pflanze sehr wertvoll. Selbst im Herkunftsland des Kakao wird Johannisbrotmehl anstelle von Kakao verwendet. Aufgrund seiner faserigen Konsistenz wird es Diätprodukten beigemischt. Auch die klebrige Substanz aus den Johannisbrotkernen hat einen Verwendungsbereich: sie wird einerseits als Verdickungsmittel verschiedensten Produkten wie Speiseeis, Marmelade, Würstchen, Wurst, Senf und Fertigsoßen zugefügt, und andererseits wegen ihrer klebenden Eigenschaft vor allem in der Kosmetikindustrie, für Fotopapier, Waschmittel, Schuhpolitur und die Herstellung von Streichholzköpfen verwendet. Am besten schmeckt das Johannisbrot jedoch im Herbst frisch vom Baum gepflückt.

Die Herrscher der Berge: Die Yörük-Stämme

Das Nomadenleben der Yörük-Stämme im Taurus in enger Gemeinschaft mit ihren Herden hat zu der Entstehung einer äußerst schlichten und natürlichen Küche geführt.Gerichte wie Gözleme (auf dem Blech gebackener dünner, gefüllter Fladen) und Yufka Ekmeği(großes dünnes Fladenbrot), leicht zuzubereiten mit der dem Nomadenleben angemessenen einfachen tragbaren Kochausrüstung, bilden die Grundlage der Yörük-Küche. Produkte aus dernatürlichen Milch der Vieherden wie Joghurt, Käse, Butter etc. sind auf den Märkten von Antalya immer sehr gefragt. Heute leistet die Yörük-Kultur als ein immer noch lebendiger Wert einen Beitrag zur Vielseitigkeit der regionalen Gerichte. Obwohl die Menschen des Yörük-Stammes, die unter den harten Bedingungen des Taurusgebirges ihren Überlebenskampf fristen, zu einer halbsesshaften Ordnung übergegangen sind, tragen sie die Einflüsse ihrer Nomadenwurzeln noch in sich. Die Yörük-Stämme, Meister im Sammeln wilder Köstlichkeiten, sammeln als Zugabe für Ziegenkäse und Yufka-Brot Kräuter wie Gänsefuß, Gartenampfer und wilde Malve und kennen sich mit der heilsamen Wirkung der Wildkräuter aus. Sie sammeln den Honig in den tiefen Schluchten der Berge und lagern den aus der Milch ihrer Herden hergestellten Käse in kühlen Erdtrichtern (obruklar). Spezialitäten wie der in Höhlen geschützte Obruk-Käse (obruk peyniri) und die Salzbutter tragen den Thymianduft des Taurus in sich.

Weizen-Joghurt-Suppe

Suppen auf der Grundlage von Joghurt gehören zu den verbreiteten Gerichten der Türkischen Küche. In dieser anstelle von Reis mit grob gemahlenem Weizen zubereiteten, nahrhaften Suppe zeigt sich das einfache Leben des nomadischen Yörük-Stammes.

Zutaten

2 Schüsseln abgetropfter Joghurt

1 Tasse grob gemahlener Weizen

½ Tasse Kichererbsen

2 TL Salz

2 EL Butter

1 EL getrocknete Minze

Zubereitung

-Weizen und Kichererbsen abspülen und über Nacht jeweils in einer Schüssel mit Wasser einweichen.

-Am nächsten Tag abgießen, kurz abspülen und in einem Topf mit 8-10 Tassen Wasser kochen. Ab und zu den sich an der Oberfläche bildenden Schaum abschöpfen.

-Sobald Weizen und Kichererbsen etwas weich geworden sind, Salz hinzufügen, umrühren und bei schwacher Hitze eine Zeit lang weiter köcheln lassen.

-Joghurt in eine große Schüssel geben und mit ein paar Löffeln vom Kochwasser des Weizens verrühren. Löffelweise das Kochwasser unter den Joghurt rühren und dabei darauf achten, dass sich keine Klümpchen bilden. Wenn die Joghurtmischung die Konsistenz einer Suppe annimmt, alles in den Topf geben. Unter ständigem Rühren in die gleiche Richtung einmal aufkochen lassen. Abschmecken und vom Herd nehmen.

-Die Suppe in Servierschüsseln füllen. Butter in einem Pfännchen zerlassen. Sobald sie anfängt zu schäumen Minze zwischen den Fingern zerreiben und in die Butter streuen. Die Minzbutter gleich über die Suppe gießen und sofort servieren.

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